8. März Internationaler Frauentag – Aufruf zur Demonstration feministischer Kampftag

Im Zuge der Wahlberechtigung, Gleichberechtigung und Emanzipation demonstrierten Frauen* für die Selbstbestimmung und die Befreiung aus dem Schattendasein des patriarchalischen Systems am 8. März 1921. Auch im 21. Jahrhundert kämpfen weiterhin Frauen* und Feminist*innen gegen das Patriarchat und für emanzipatorische Perspektiven.

Wir an der Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD) studieren alle im Bereich der Sozial- und Gesundheitswissenschaften. Sei es Pflege und Gesundheitsförderung, Integrative Heilpädagogik, Childhood Studies oder Soziale Arbeit, wir werden ausgebildet, um für andere zu sorgen und Menschen entsprechend ihrer Möglichkeiten zu helfen selbst für sich Sorge zu tragen.

„Für eine demokratische Gesellschaft ist Solidarität wichtiger als Profitmaximierung, da sonst Individuen die Teilhabe und Selbstbestimmung verwehrt bekommen,” sagt Philip Schmid, Mitglied des Studierendenparlaments (StuPa) der EHD und findet hierfür das Zitat von Gabriele Winkler aus Care-Revolution sehr passend: „Viele Menschen geraten beim Versuch, gut für sich und andere zu sorgen, an die Grenzen ihrer Kräfte. Was als individuelles Versagen gegenüber den alltäglichen Anforderungen erscheint, ist jedoch Folge neoliberaler Politik – Pflege und Gesundheitsversorgung dienen der Profitmaximierung und werden daher auf das Individuum abgewälzt.”

„Sorgearbeit wird nicht finanziell und moralisch gesellschaftlich wertgeschätzt” so Ann-Kathrin Schäfer, Mitglied des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA) der EHD und sieht es kritisch, dass „diese Berufe zumeist weiterhin überwiegend von weiblichen Personen getragen werden und wenig Wertschätzung erhalten, wobei eine männliche Person im selben Bereich Bewunderung für dieselbe Tätigkeit bekommt!”

Demet Karacan (StuPa) der EHD ergänzt, „Menschen wurden und werden oft weiterhin aufgrund ihres biologischen Geschlechtes Rollen zugeteilt, die sie eigentlich nicht annehmen wollen. Frauen* gegenüber werden zum Beispiel oft hohe Erwartungen im Haushalt und „Erziehung“ ihrer Kinder gestellt. Bei Misserfolgen wiederum werden sie* zur Rechenschaft gezogen.”

Das Sexismus leider immer noch ein präsentes Thema an Hochschulen ist, zeigt das Gedicht an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin. Der dortige AStA hatte im Sommer vergangenen Jahres einen Offenen Brief geschrieben, in dem auf die patriarchalen Strukturen, die das Gedicht festigt, verwiesen wird. Es wird gefordert, dass sich mit dem Gedicht kritisch auseinander gesetzt wird und über eine Neugestaltung der Fassade diskutiert wird. „Denn auch eine wohlwollende Intention ändert nichts daran, dass es patriarchale Strukturen abbildet. Sexismus beginnt eben nicht erst bei täglichen Übergriffen oder abwertenden Sprüchen, sondern da, wo Frauen* nicht mehr als Subjekt wahrgenommen werden, sondern als, in diesem Fall, zu bewunderndes Objekt gesetzt werden” sagt Eva Gruse, Mitglied im Vorstand des freien Zusammenschluss von Student*innenschaften.

„Das patriarchale Strukturen in alltäglichen Übergriffen enden, zeigt das Paradebeispiel von Täterschutz im Sinne des Imageschutzes an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Weshalb wir uns darüber sehr freuen, dass die Referate QueerFem* und Politische Bildung vom AStA der EHD nächstes Semester eine Veranstaltung zum Thema „Pick-Up Artist“ organisiert” berichtet Jan Elm vom Referat Politische Bildung und StuPa der EHD. Oftmals bezeichnen Pick-Up Artists sich als Opfer und verdrehen somit die Realität. Die Behauptung, Frauen* werden aufgrund ihrer Bekleidung zu Opfern sexueller Gewalt und haben somit eine Mitverantwortung an Übergriffen, „widerspricht der freien Entfaltung und dem Sein von Frauen*. Wir sind für ein selbstbestimmtes Leben und Studium, sowie für die freie Entscheidung über den eigenen Körper. Deshalb sind wir auch gegen §219a StGB, das Verbot für Abbruch der Schwangerschaft zu werben und zu informieren,” so Hannah Schwamm, Mitglied des Studierendenparlaments der EHD.

Weil es weiterhin so wichtig ist, gegen Diskriminierungen aller Art auf die Straße zu gehen, rufen wir die Studierenden der EH Darmstadt auf, sich an der Demonstration feministischer Kampftag am 8. März 2018 von 18 Uhr bis 21 Uhr am Luisenplatz in Darmstadt anlässlich des internationalen Frauentages teilzunehmen.

Hier geht es zur Facebookveranstaltung und hier zum Bündnis in Darmstadt mit vielen bunten Workshopangeboten rundum den #8maerz, denn #jedertagistfeminisitischerkampftag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.